Nachdem polnische Saisonarbeiter es immer häufiger vorzugen, zu Hause zu bleiben, ruhte die Hoffung der Betriebe aus Deutschland, die auf Saisonarbeitskräfte angewiesen sind, auf rumänischen Saisonarbeitern. Doch der anfänglichen Euphorie ist eine Ernüchterung gewichen.
Die Ansiedlung, oder besser Umsiedlung, eines Nokia-Werkes aus Deutschland nach Rumänien hat die Industrialisierung des Balkanstaates ins Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit befördert. Investoren wie Continental haben iseit den 90er Jahren tausende neue Arbeitsplätze geschaffen, die schlichtweg interessanter für die rumänische Mittelschicht ist als eine Tätigkeit in Deutschland als Saisonarbeiter.
Rumänische Saisonarbeiter nehmen zwar numerisch und relativ eine größere Zahl bzw. einen zunehmenden Anteil an der Saisonarbeit in Deutschland ein, doch tritt hier schon das Problem auf, dass man bei polnischen Saisonarbeitern erst deutlich später feststellen musste: Die klugen Köpfe bleiben zu Hause, und auch die "normalintelligenten" kommen kaum, können sich nicht für ein Leben als rumänischer Saisonarbeiter begeistern.
Wenn man die doch recht große arbeitsfähige Bevölkerung in Rumänien sieht und in Relation zur Anzahl rumänischer Saisonarbeiter setzt, ist die Erkenntniss ernüchternd. Hoffnungen, dass rumänische Saisonarbeiter die ausbleibenden Polen ersetzen, werden sich nicht erfüllen.